DDR Staatssicherheit auf dem Lindenberg

Im Jahr 1952 wurde Neubrandenburg Bezirkshauptstadt. Die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) war zunächst in Neustrelitz ansässig, wurde aber ab 1977 schrittweise nach Neubrandenburg auf den Lindenberg verlegt. 1987 wurde die Untersuchungshaftanstalt als letztes Gebäude auf dem Areal errichtet und in Betrieb genommen. Die Repressionen durch das MfS waren weitreichend und wurden nicht nur von hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern, sondern auch von staatlichen Einrichtungen ausgeübt.

Die Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg erlebt seit dem Jahr 2021 einen intensiven Austausch zum Umgang mit DDR Unrecht innerhalb der Stadtgesellschaft. Die Hochschule Neubrandenburg und die RAA Mecklenburg-Vorpommern haben gemeinsam mit der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg einen öffentlichen Dialog initiiert. Unter Einbeziehung des Stasi-Unterlagen-Archivs, des Gedenkortes Töpferstraße, des Landesbeauftragten für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Landeszentrale für politische Bildung, der Gedenkstätte Stasi U-Haft Rostock, der Vereinigung der Opfer des Stalinismus, des Vereins Gedenkort Lindenberg und weiterer Akteure fanden mehrere öffentliche Veranstaltungen statt.

Die Aufarbeitung der Geschichte spielt daher eine entscheidende Rolle. Die Suche nach Gerechtigkeit für die Opfer und die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte prägen die Diskussion. Der Umgang mit dieser Geschichte ist von Trauer, Wut, aber auch von der Suche nach Versöhnung und Verständigung geprägt. Die Vier-Tore-Stadt unterstützt diesen Prozess.

360 Grad-Rundgang Haftanstalt

Führungen

Führungen und pädagogische Formate werden durch das Stasi-Unterlagen-Archiv Neubrandenburg und dem Erinnerungsort UHA Töpferstraße (Neustrelitz) angeboten.