Jüdisches Leben
Der Lehrpfad führt zu ehemals bedeutsamen Orten jüdischen Lebens in Neubrandenburg und bietet biografische Zugänge. Über Informationstafeln und eine Smartphone-Führung werden Spuren der Gemeinde und das Ausmaß von Verfolgung und Repression sichtbar.
Der Rundgang startet am Standort, der am 9. November 1938 in Brand gesteckten Synagoge. Wie auch andere Gebäude wurde sie in der Reichskristallnacht durch die SA zerstört. Die Geschichte jüdischen Lebens in der Stadt ist geprägt von Einschränkungen der Siedlungs-, Handels- und Bürgerrechte und weiterreichenden Repressalien.
Ihre liberale Blüte erlebte die jüdische Gemeinde Anfang des 20. Jahrhunderts. So wurde im Jahr 1914 der Sitz der Landesgemeinde von Strelitz nach Neubrandenburg verlegt, weil sich hier mit etwa 100 Mitgliedern die größte Gemeinde im Großherzogtum Mecklenburg-Strelitz befand.
Die Phase der gesellschaftlichen Integration endete abrupt mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933. Viele jüdische Bewohnerinnen und Bewohner flüchteten in Großstädte, in der Hoffnung in der Anonymität Schutz zu finden. Als der letzte jüdische Einwohner am Vorabend seiner Deportation verstarb, wurde die Stadt dem NS-Wortlaut folgend als „judenfrei“ gemeldet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrten einige jüdische Einwohnerinnen und Einwohner zwar in die Stadt zurück, verließen diese aber bald darauf, um im westlichen Teil Deutschlands ein neues Leben zu beginnen.
Praktische Informationen:
- Start: Synagogenplatz, Poststraße, 17033 Neubrandenburg
- Ziel: Woldegker Straße, 17033 Neubrandenburg
- Länge: 3 km
- Dauer: ca. 3 Stunden
- Alter: empfohlen ab Klassenstufe 9
- Hinweis: Fahrrad empfohlen
Rundgang: https://de.actionbound.com/bound/judennb?setlang